migraene-ursachen

Migräne beschreibt eine chronische und nicht heilbare Erkrankung, die mit stechenden Kopfschmerzen und Empfindungsstörungen einhergeht. Die Symptome einer Migräne treten anfallsartig auf und äussern sich als vielfältiges Beschwerdebild. Menschen mit Migräne leiden meist phasenweise unter einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität. Eine erfolgreiche Behandlung stützt sich auf mehrere Säulen und schliesst auch konsequente Änderungen der Lebensgewohnheiten mit ein.

Wie entsteht Migräne? Ursachen und Auslöser

Die meisten Menschen, die regelmässig unter Migräneattacken leiden, berichten davon, dass diese durch verschiedene Trigger ausgelöst werden. Hierzu zählen vor allem der Verzehr bestimmter Lebensmittel, Unterzuckerung durch das Auslassen von Mahlzeiten, Schlafmangel beziehungsweise unregelmässige Schlafgewohnheiten, verschiedene Umwelteinflüsse, Witterungsbedingungen sowie Stressbelastung und körperliche Überanstrengung.

Die genauen Migräne-Ursachen sind bis heute nicht gänzlich erforscht. Wissenschaftler vermuten ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Da familiäre Häufungen beobachtet werden, dürfte die Vererbung eine zentrale Rolle spielen. Vor allem genetisch bedingte Dysbalancen im Hormonhaushalts kommen als Ursachen der Migräneanfälle in Betracht. Auch die Tatsache, dass deutlich mehr Frauen als Männer von der Erkrankung betroffen sind, spricht dafür, dass die Ursachen hormoneller Natur sind. Dies erklärt auch, warum Attacken bei vielen jungen Frauen unmittelbar vor oder während einer Regelblutung auftreten. Aus noch ungeklärter Ursache kommt es bei den Betroffenen zu einer vermehrten Ausschüttung des Neurotransmitters Serotonin. Durch die Einwirkung dieses hormonellen Botenstoffes werden bestimmte Bereiche im Gehirn stärker durchblutet und regieren auf die Einwirkung von verschiedenen Reizen deutlich empfindlicher.

Migräne – Symptome und Verlauf

In vielen Fällen treten bei Migräne Symptome auf, die in ihrer Ausprägung so stark sind, dass die Betroffenen mehrere Stunden oder Tage den Alltag nicht bewältigen können und sich in einen abgedunkelten und ruhigen Raum zurückziehen müssen. Die stechenden, pulsierenden oder pochenden, meist einseitigen Kopfschmerzen treten anfallsartig auf und werden häufig von Übelkeit und Erbrechen sowie einer Überempfindlichkeit gegenüber visuellen und auditiven Reizen begleitet. Bei manchen Betroffenen wird die Übelkeit durch die Einwirkung von Gerüchen zusätzlich verstärkt.

Attacken wiederholen sich in unregelmässigen Abständen, oft mehrmals im Monat. Bei rund einem Drittel der Patienten kündigt sich ein Anfall einige Tage zuvor durch Leistungsabfall oder psychische Verstimmungen an. Unmittelbar vor der Attacke tritt häufig die sogenannte Aura auf, die mit Seh- und Sprachstörungen, Schwindel und Lähmungserscheinungen einhergehen kann. Nach der eigentlichen Schmerzphase, die bis zu drei Tage dauern kann, ist die sogenannte Rückbildungsphase meist von einem erhöhten Schlafbedürfnis geprägt.

Migräne – was tun? Behandlung und Vorbeugungsmassnahmen

Bei Migräne sind Medikamente gegen die akuten Anfälle nur sparsam einzusetzen. Ein langfristiger Gebrauch von Schmerzmitteln wie Triptane, Ibuprofen, Diclofenac oder Acetylsalycylsäure kann als Nebenwirkung neben Magenschäden auch langanhaltende Kopfschmerzen bedingen. Dadurch erhöht sich das Risiko einer chronischen Migräne. Mediziner raten Patienten daher, bei Migräne Medikamente nur tageweise anzuwenden und auf höchstens zehn Tage im Monat zu beschränken. Auch andere schulmedizinische Therapieansätze wie die Anwendung von Kortison, verschiedenen Opioiden oder Präparaten mit Koffein können die akuten Symptome der Migräne zwar lindern, sind bei langfristigem Gebrauch jedoch mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden. Natürliche und oft ebenso wirksame Alternativen sind Salben mit Pfefferminz- oder Teebaumöl, die direkt auf die Schläfen aufgetragen werden.

Die Anzahl der Betroffenen hat in den letzten Jahrzehnten in der westlichen Welt stetig zugenommen. Wissenschaftler gehen daher davon aus, dass Lebensstil, Ernährung und Umwelteinflüsse bei der Entstehung der Erkrankung eine wesentliche Rolle spielen. Dadurch verlangt die Migräne eine Behandlung, die als ganzheitliche Therapie auch eine konsequente Änderung der Ernährungsgewohnheiten miteinbezieht. Da bestimmte Lebensmittel durch ihren hohen Histamingehalt oder durch verschiedene Zusätze einen Migräneanfall auslösen oder begünstigen können, kann es sinnvoll sein, ein Ernährungstagebuch zu führen, um die genauen Auslöser definieren zu können. Wer häufig unter Migräneattacken leidet, sollte auf Alkohol, Nikotin sowie zuckerhaltige und industriell gefertigte Lebensmittel jeder Art verzichten und den Genuss koffeinhaltiger Getränke schrittweise reduzieren. Zitrusfrüchte, Käse, Eis, Fleisch- und Wurstwaren, sulfithaltige Trockenfrüchte, Schokolade und Bananen stehen in Verdacht, einen Migräneanfall auszulösen und sollten daher nur in geringen Mengen verzehrt werden.

Gleichzeitig haben sich einige Nährstoffe bei der natürlichen Migräne-Behandlung erfolgreich bewährt. Insbesondere Magnesium und Vitamin B2 spielen bei der Prophylaxe der Migräne eine wichtige Rolle. Betroffene sollten daher Haferflocken, Nüsse und Kerne, aus Sauerteig hergestelltes Vollkornbrot, grünes Blattgemüse, Avocados und naturbelassene tierische Produkte aus biologischer Landwirtschaft oder Wildfang in ihren täglichen Speiseplan integrieren. Eine wesentliche Rolle kommt den Omega-3-Fettsäuren zu, die eine nachweislich positive Wirkung gegen die Schmerzen entfalten. Leinöl, Walnussöl sowie unraffiniertes Rapsöl enthalten hohe Mengen dieser wichtigen Fettsäuren und sollten daher Butter und tierische Fette weitgehend ersetzen. Regelmässige Mahlzeiten verhindern zu starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels, die einen Migräneanfall begünstigen können.

Neben einer ausgewogenen, möglichst naturbelassenen Ernährung spielt auch ein gezielter Abbau von Stress eine wesentliche Rolle. Ausreichend Schlaf, regelmässige Bewegung an der frischen Luft, Yoga und Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Biofeedback reduzieren die Ausschüttung von Stresshormonen und beugen dadurch Dysbalancen im Hormonhaushalt vor. Eine langfristig erfolgreiche Migräne-Behandlung kann zudem durch Akupunktur und TCM, pflanzliche Präparate auf Basis von Pestwurz, Mädesüss, Mutterkraut und Melisse sowie eine Aromatherapie mit ätherischem Lavendel-, Rosen-, Muskatellersalbei- oder Thymianöl wirksam unterstützt werden.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (4 Bewertungen, Durchschnittsnote: 5.00 von 5)
Loading...

TEILEN